Fortschritt

„Vor einigen Tagen wurden wir, in einem der mit elektrischem Glühlicht beleuchteten Theater, zufällig Zeuge einer Unterhaltung zwischen einer eleganten Dame und zwei wohlgesetzten Herren in der Reihe hinter uns.

‚Seht nur‘, sagte die Dame, ‚die Gasflammen stehen auf dem Kopf!‘

‚Du irrst dich, meine Liebe‘, sagte der Ehemann, ‚das sind elektrische Lampen!‘

‚Jawohl‘, erklärte der Dritte, ‚Edison-Lampen.‘

‚Das ist hübsch‘, sagte die Dame, ‚aber wenn man eine dieser Lampen zerbrechen würde, würden sie dann noch leuchten?‘

‚Ich glaube nicht‘, erwiderte der Ehemann, ‚denn sie hätten dann ja keine Elektrizität mehr.‘

‚Aha, die Elektrizität befindet sich also im Lüster?‘

‚Gewiß.‘

‚Nein‘, sagte der zweite Herr, ‚die Elektrizität befindet sich im Keller oder hinter den Kulissen, und durch die Drähte gelangt sie in die Lampen.‘

‚Aber sagen Sie‘, rief die neugierige Dame aus, ‚wenn man einen Draht zerbräche, würde dann die Elektrizität in den Saal ausströmen? Wäre das nicht gefährlich für die Zuschauer?‘

‚Meine liebe Freundin‘, schloß der Ehemann die Unterhaltung, als die Vorstellung begann, ‚man kann die Elektrizität ohne die geringste Gefahr einatmen. Außerdem würde sie gleich nach oben unter die Decke steigen, und wir hätten nichts zu befürchten.‘ “

L´Electricité, Revue scientifique illustrée, 1. Januar 1887